Struktur-Dschungel der Karl-Franzens-Uni

3. Aug 2020Allgemein

 Ein Versuch, die Grundstrukturen von Uni & ÖH verständlich aufzubereiten

Fakultäten, Institute, HochschülerInnenschaft, Fakultätsgremium, Rektorat, Dekanat, Senat, Hochschul-, Fakultäts- und Studienvertretung – Diese Begriffe hören sich für dich alle gleich an? Der folgende Artikel schafft Abhilfe. Eine nähere Betrachtung der vielfältigen Strukturen der Uni und der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) und wie sie ineinandergreifen lohnt sich nämlich tatsächlich. Speziell dann, wenn du selbst Interesse daran hast, dich aktiv – über dein Studium hinaus – im universitären Betrieb zu engagieren – sei es als StudierendenvertreterIn, studentische/r MitarbeiterIn oder vielleicht sogar, weil du deine berufliche Zukunft an der Uni siehst.  

Mit 120 angebotenen Studien, rund 30000 Studierenden und einem Jahresbudget von 230 Millionen Euro, ist die Karl-Franzens-Universität Graz (KF) die zweitgrößte Uni Österreichs. Um eine qualitätsvolle Lehre und Forschung, einen sinnvollen Einsatz der Geldmittel und die Glückseligkeit der Studierenden und Bediensteten zu gewährleisten, bedarf es da natürlich einer gut durchdachten Organisationsstruktur: In der Chefetage sitzt das Rektorat bzw. sitzen der Rektor und die einzelnen VizerektorInnen, die die wichtigsten Agenden der Uni unter sich aufteilen und diese immer im Blick haben müssen.  Daneben zählen der Universitätsrat und der Senat zu den obersten Organen der Uni. (Mehr zum Senat etwas später im Text) 

Eine übersichtliche Darstellung der Organisationsstruktur der Uni findest du hier: 


https://www.uni-graz.at/de/die-universitaet/die-universitaet-graz/organisation-struktur

Eine Ebene unter dem Rektorat gliedert sich die KF in sechs Fakultäten. Zur Koordination und organisatorischen Unterstützung der ihnen unter- bzw. zugeordneten Institute und Zentren, hat jede Fakultät ein eigenes Dekanat. So gibt es zum Beispiel die Institute für Geschichte, Anglistik, Germanistik und Sprachwissenschaften die – neben einigen weiteren – Teil der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (GEWI) sind. Jede Studienrichtung (mit Ausnahme der interfakultären) ist also an einer dieser sechs Fakultäten angesiedelt, für die wiederum Fakultätsvertretungen (FV)eingerichtet sind – hier kommt die ÖH ins Spiel.

Eine sehr detaillierte Darstellung der Struktur, inklusive aller Institute, Zentren und Administrationseinheiten findest du hier:

https://static.uni-graz.at/fileadmin/portal/universitaet/Files/organigramm.pdf

Für jede Studienrichtung an der KF wird alle 2 Jahre – im Rahmen der ÖH-Wahlen – die Studienvertretung (StV) neu gewählt wird. Jede StV entsendet wiederum Mitglieder in die jeweilige FV. Die StV Geschichte, StV Anglistik, StV Germanistik und die StV Sprachenwissenschaften entsenden also – neben den weiteren StVn der GEWI – Mitglieder in die FV GEWI. Die FV wird in der Regel koordinierend tätig z.B. in der Kommunikation mit dem Dekanat oder zwischen den einzelnen StVn. Die StV hingegen ist deine erste Anlaufstelle bei studienbezogenen Problemen, hält Sprechstunden ab und hat im Rahmen gewisser Gremien, wie dem Fakultätsgremium – dem höchsten Entscheidungsgremium der jeweiligen Fakultät – u.a. die Möglichkeit, das Lehrveranstaltungsangebot und Studienpläne mitzubestimmen.

Eine übersichtliche Darstellung der Struktur der ÖH Uni Graz findest du hier, am unteren Ende der Seite: 

https://oehunigraz.at/aufgaben

Angelehnt an die Struktur der Uni gibt es auch in der ÖH eine den StVn und FVn übergeordnete Stelle, die die Geschäfte letztverantwortlich leitet: Der Vorsitz, dessen Aufgabe die Vertretung aller Studierenden an der Uni Graz gegenüber Universität, Politik und Gesellschaft ist. Maßgeblich unterstützt wird er dabei vom Sekretariat, von den Referaten der ÖH und den StVn und FVn. Gewählt wird der Vorsitz und die einzelnen Referentinnen und Referenten von der Hochschulvertretung (HV), die aus 19 Mandatarinnen und Mandataren besteht, ebenfalls im Rahmen der ÖH-Wahlen gewählt wird und das höchste und wichtigste Entscheidungsgremium der ÖH Uni Graz darstellt. Die HV entsendet sechs StudierendenvertreterInnen (+ sechs Ersatzmitglieder) in den Senat, der – wie anfangs erwähnt, zusammen mit dem Universitätsrat und dem Rektorat – wiederum das wichtigste Entscheidungsgremium der Uni darstellt. 

Der Senat erlässt die Satzung der Uni (quasi die Spielregeln, an die sich alle halten müssen), genehmigt neue und abgeänderte Studienpläne und wirkt wesentlich an Habilitations- und Berufungsverfahren mit. Vieles davon passiert in seinen Unterkommissionen, deren Mitglieder wiederum aus den Fakultätsgremien kommen. Rein theoretisch schließt sich der Kreis also wieder. 

Wem das jetzt alles zu viel Info auf einmal und zu kompliziert war – I feel you. Meine Semesteranzahl ist zweistellig und ich bin seit knapp einem Jahr für die ÖH tätig und verstehe trotzdem viele Vorgänge und Strukturen an der Uni bis heute nicht zur Gänze. 

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